Hier tritt nun Jesus auf und erklärt die Grundlagen, Gesetzmäßigkeit seines Reiches! Wenn wir schon in den ersten Kapiteln von Matthäus festgestellt haben, dass bei diesem König alles etwas anders ist, als man es von einem König erwartet, dann sehen wir in dieser "Thronrede": Auch hier werden unsere Vorstellungen von König und Königreich nicht richtig bedient.
Schon der erste Satz stellt alles auf den Kopf:
"Selig sind die geistlich Armen, denn ihnen wird das Himmelreich zuteil!"
-Matthäus 5,3
Nicht die reichen und erfolgreichen werden hier gepriesen. Es sind die geistlich Armen, für das Himmelreich bestimmt ist. Dieses Prinzip setzt sich in den nächsten Sätzen seiner Rede fort (besonders gut dargestellt in der NeÜ):
"Glücklich sind die, die ihre Armut vor Gott erkennen...
Glücklich sind die, die leid über Sünde tragen...
Glücklich sind die, mit Hunger und Durst
nach dem richtigen Verhältnis zu Menschen und Gott!"
- Matthäus 5,3.4.6
Und schließlich:
"Selig sind die Barmherzigen, Gott wird auch ihnen Barmherzig sein"
-Matthäus 5,7
Das Himmelreich Jesu ist für Menschen, die sich ihres Mangels an Gott und seiner Gerechtigkeit so bewusst sind, dass Sie seine Barmherzigkeit verstehen und annehmen wollen. Ebenso, wie die Menschen da draußen in der Wüste bei Johannes, die dort standen und ihre Sünden bekannten (Matthäus 3,6). Und eben nicht so, wie die Pharisäer und Schriftgelehrten, die dort als fromme Leute bekannt waren und deshalb der Taufe widerstanden. Jesus macht deutlich:
"Denn ich sage euch: Wenn es mit eurer Gerechtigkeit nicht weit besser bestellt ist als bei den Schriftgelehrten und Pharisäern, so werdet ihr nimmermehr ins Himmelreich eingehen!"
-Matthäus 5,20
Jesus selbst macht den Vergleich auf und macht deutlich: Die Spielregeln des Reiches Gottes sind anders, als die der vermeintlich reichen Menschen. Der Maßstab ist ungleich höher und die Barmherzigkeit Gottes daher gleich notwendiger. Gott setzt den Maßstab der Gebote Gottes nicht runter, ganz im Gegenteil ("Zu den Alten ist gesagt, ich aber sage euch"). Er setzt sich runter, um dem Maßstab gerecht zu werden und die geistlich Armen gerecht zu sprechen. Nur wenn wir das erkennen und anerkennen, können wir teil haben am Reich Gottes. Als Arme, Hungernde am Reichen Tisch des Herrn.
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